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20. Mai 2021
Arbeitsschutz
Fachkräftereport 2021
Veränderungen in der Arbeitswelt für Fachkräfte
Wie wichtig ist Fachkräften ein sinnvoller Job? (Foto: Bermix Studio/Unsplash)
Wie blicken Fachkräfte mit Berufsausbildung auf die Veränderungen der Arbeitswelt durch die Corona-Pandemie? Inwieweit spielen für sie eigentlich Sinnhaftigkeit und Ansätze von New Work eine Rolle? Der Fachkräftereport 2021 des Stellenportals von meineststadt.de hat 4.200 Menschen mit Berufsausbildung befragt.
Seit über einem Jahr hinterlässt die Corona-Pandemie m Privatleben der Menschen wie in der Wirtschaft und der Arbeitswelt Spuren. Wie wirkt sich die Krise auf das Arbeitsleben und die Einschätzung zum Thema Arbeit von Fachkräften mit Berufsausbildung aus?
Arbeitswelt und Arbeitserfahrungen
Die Pandemie hat einen Teil der Fachkräfte beruflich verunsichert: 22,4 % der Fachkräfte mit Berufsausbildung machen sich Sorgen, ihr Arbeitsplatz könne aufgrund der Coronakrise künftig wegfallen. Nur ein geringer Teil von ihnen ist allerdings bislang von konkreten negativen Folgen wie dem Jobverlust (7,2%) oder der Kurzarbeit (21,9%) betroffen.
Zudem ist die Angst vor Jobverlust durch Corona in den Branchen unterschiedlich stark ausgeprägt: In der Pflege ist sie wenig überraschend sehr gering (6,2%) – ebenso unter angestellten Fachkräften des Öffentlichen Diensts (7,5%). Im Handwerk taucht die Angst um den Verlust des Arbeitsplatzes durch Covid-19 mit 18,0% noch deutlich seltener auf als im Handel (26,2%) und in der Logistik (26,1%), die sich im Vergleich am meisten Sorgen machen.
Auch die Größe des beschäftigenden Betriebs sowie das Alter der Fachkräfte haben einen deutlichen Einfluss auf das Gefühl der Angst: 27,0% der Fachkräfte in Kleinstbetrieben unter zehn Beschäftigten machen sich Sorgen, bei großen Unternehmen mit über 1.000 Mitarbeitenden sind es nur 7,5%. Bei den jungen Fachkräften im Alter von 18 bis 24 Jahren fürchten 30,0% einen coronabedingten Arbeitsplatzverlust, in der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen nur 19,9%.
Auswirkungen auf das Arbeitsleben: Maske auf und weiterarbeiten
Wie hat sich die Pandemie konkret auf die Arbeit der Fachkräfte ausgewirkt? Hier ist zunächst festzustellen: Für Fachkräfte mit Berufsausbildung spielt Home-Office eine deutlich untergeordnete Rolle. Nur 32,9% arbeiten während der Pandemie ganz oder teilweise von zuhause.
Homeoffice in der Pandemie: prägend nur für akademische Arbeit? Laut einer im Dezember 2020 veröffentlichten Studie des Branchenverbands BITKOM arbeiten in der Pandemie rund 45% der Berufstätigen ganz oder teilweise im Homeoffice. Bilder von zuhause arbeitenden Eltern, die zudem parallel die Herausforderungen von Home-Schooling bewältigen, geistern seit Monaten durch die Medien – gemeinsam mit der Diskussion, was davon nach der Pandemie bleibt. Dazu lässt sich feststellen: Auf einen großen Teil der arbeitenden Fachkräfte mit Berufsausbildung trifft dieses Bild nicht zu. Über zwei Drittel der Fachkräfte geben an, dass Arbeit im Homeoffice während der Coronazeit für sie keine Bedeutung hat. Die medial vermittelten Homeoffice-Bilder repräsentieren allenfalls die aktuelle Realität akademischer Arbeit, aber nicht der Arbeit an sich.
Für die Mehrheit der Fachkräfte gilt vielmehr: Maske auf, Abstand halten und am gewohnten Arbeitsplatz weiterarbeiten! In den einzelnen Branchen ist der Anteil der Fachkräfte mit Homeoffice-Erfahrungen in der Pandemie höchst unterschiedlich.
Auch die Mehrheit der befragten angestellten Fachkräfte von Bund, Ländern und Kommunen ist während der Pandemie in der Regel an ihrem gewohnten Arbeitsplatz tätig. Das ist vor dem Hintergrund der Homeoffice-Pflicht-Initiative des Bundesarbeitsministeriums vom Januar 2021 ein zumindest bemerkenswerter Befund. Schaut man sich die Größe der Unternehmen genauer an, die die befragten Fachkräfte beschäftigen, so fällt auf, dass Fachkräfte in Kleinstunternehmen (weniger als zehn Beschäftigte) besonders selten von zuhause arbeiten: Hier liegt der Anteil bei 21,1 %, bei großen Arbeitgebern mit über 1.000 Beschäftigten dagegen haben 39,7% der Fachkräfte Homeoffice-Erfahrungen gemacht.
Die meisten Fachkräfte arbeiten nicht im Homeoffice, müssen aber bei der Arbeit eine Maske tragen, auf Abstand achten und haben weniger Kundenkontakt.
Gerade zu Beginn der Coronakrise war von einer „Entschleunigung“ die Rede, die die Pandemie für die Arbeitswelt bedeute. Wenn das tatsächlich ein Trend sein sollte, so bleibt eine Vielzahl der Fachkräfte mit Berufsausbildung davon ausgeschlossen: 41,2% geben an, mehr zu arbeiten als vor Corona. Die Mehrbelastung ist jedoch ungleich auf die Branchen verteilt. Während in der Pflege 66,5 % der Fachkräfte angeben, mehr zu arbeiten als vor Corona, sind es in der Logistik lediglich 45,3% und im Handel 44,9%. Im Handwerk stimmen sogar nur 31,1% der Fachkräfte dieser Aussage zu.
New Work
Wie schon beim Thema Home-Office lässt sich feststellen, dass die bisherige New-Work-Diskussion tatsächlich ausschließlich bei den akademisch qualifizierten Erwerbstätigen angekommen ist. Denn 81 % der von uns befragten Fachkräfte mit Berufsausbildung kennen den Begriff „New Work“ überhaupt nicht.
Sinhaftigkeit von Fachkräftejobs
Wie wichtig ist Fachkräften ein sinnvoller Job? Der Sinn der Arbeit ist für eine große Mehrheit von fast 90% der Fachkräfte relevant, weil er zum Kern ihrer Berufstätigkeit gehört. 89,7% der Fachkräfte finden es „eher wichtig“ oder „sehr wichtig“, einen sinnvollen Job auszuüben. Zwischen den Branchen fallen jedoch Unterschiede auf. Pflegekräften ist es im Branchenvergleich am wichtigsten, einen sinnvollen Job zu haben: Vier von fünf Fachkräften in der Pflege priorisieren diesen Faktor sehr hoch. Eine annähernd große Zahl wird in keiner anderen Branche erreicht. Auch im Handwerk erleben Fachkräfte ihren Job als besonders sinnvoll. Dennoch ist über alle Branchen hinweg festzustellen: Der Mehrheit der Fachkräfte ist der Sinn ihrer Arbeit sehr wichtig.
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ESV-Redaktion Arbeitsschutz/meinestadt.de
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