05. November 2021
Management und Wirtschaft
Deutscher Insolvenzverwalterkongress 2021
Insolvenzrecht unterstützt Transformationsprozess der Wirtschaft
„Fehlende Fähigkeiten, Finanzmittel oder Zeit, um angemessen auf Veränderungen reagieren zu können.“ (Foto: stock.adobe.com)
Disruptionen in der Wirtschaft stellen den Berufsstand der Insolvenzverwalter vor große Herausforderungen. Mit dem Klimawandel, dem demographischen Wandel und der Digitalisierung stehen in diesem Jahrzehnt große Herausforderungen an.
Die damit verbundenen tiefgreifenden Transformationsprozesse waren jetzt ein zentrales Thema auf dem Deutschen Insolvenzverwalterkongress 2021.
Transformation der Wirtschaft
Für die kommende Legislaturperiode zeichne sich ab, dass Restrukturierung und Insolvenz eine besondere Rolle zukommen wird, sagte Dr. Christoph Niering, Vorsitzender des Verbands der Insolvenzverwalter und Sachwalter Deutschlands. „Viele Unternehmen werden nicht über die notwendigen Fähigkeiten, Finanzmittel oder die Zeit verfügen, um angemessen auf die Veränderungen reagieren zu können.“ Die Auswirkungen schrumpfender und sich verändernder Märkte, steigender Kosten und der Wandel gesetzlicher Rahmenbedingungen ließen sich nicht dauerhaft durch staatliche Finanzhilfen aufgefangen.
Das deutsche Restrukturierungs- und Insolvenzrecht sieht der VID als ein modernes Instrument zur Bewahrung zukunftsfähiger Unternehmen und Arbeitsplätze. Es ermögliche zugleich aber auch die Freisetzung unproduktiv gewordener Kapazitäten.
Weiterentwicklung des Insolvenzrechts
In einem Grußwort aus dem Bundesjustizministerium (BMJV) betonte die zuständige Ministerin Christine Lambrecht, dass die im März 2020 gestarteten Hilfspakete und die Aussetzung der Insolvenzantragspflichten „genau richtig“ gewesen seien. Man habe verhindert, dass Unternehmen wegen der Pandemie oder der Hochwasserkatastrophe aufgeben mussten. Schnelle Hilfen hätten den Gang zum Insolvenzrichter verhindert. Menschen hätten dadurch eine Perspektive erhalten. Lambrecht ging auch auf die Reformierung der Restschuldbefreiung ein. Die Verkürzung von sechs auf drei Jahre sei nicht nur für Unternehmer, sondern auch für Verbraucher realisiert worden. Deshalb steige seit dem Frühjahr 2021 die Zahl der Verbraucherinsolvenzen.
Der neue Rechtsrahmen für Unternehmenssanierungen ist aus Sicht des BMJV als „großer Wurf“ einzuordnen. Die deutsche Sanierungspraxis sei entscheidend gestärkt worden, indem insbesondere Blockaden einzelner Gläubiger nicht mehr Sanierungen verhindern könnten. Die neue Sanierungsmoderation sei insbesondere für KMU nützlich. Eine außergerichtliche Sanierung sei letztlich gegenüber gerichtlichen Sanierungen vorzuziehen. Lambrecht sieht die deutsche Sanierungspraxis gut aufgestellt.
Weitere Informationen zum Insolvenzverwalterkongress finden Sie hier .
 
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Studie
14.10.2021
 
Die aktuell auf relativ niedrigem Niveau befindlichen Insolvenzen dürften weltweit gesehen im Jahr 2022 um voraussichtlich 15 Prozent steigen. mehr …
Dipl.-Kfm. Dr. Hans-Jürgen Hillmer, BuS-Netzwerk für Betriebswirtschaftliche und Steuerliche Fachinformationen, Coesfeld